|
Im Jahr 1992 zogen wir mit unseren Kindern von Hoyerswerda in das
kleine Dorf Burg und seit dem wohnen
wir umgeben von Feld, Wald und Wiese und sehr viel Wasser.
Wir hatten endlich, wovon wir schon immer geträumt,
ein Haus mit Hof und Garten in einer schönen Umgebung.
Anfangs fehlte nur noch der "wunderschöne Hund".
Also wurden Anzeigen studiert, wie man wo zu Hunden kommt.
Wir haben dabei alle Fehler gemacht,
die man eben nur als Anfänger machen kann.
Aus heutiger Sicht und mit den jetzigen Erfahrungen, würden wir jedem abraten,
so simpel an die Anschaffung eines Hundes heranzugehen.
Wir werden immer empfehlen,
rechtzeitig den Weg zu einem anerkannten Züchter oder zu einer
Züchterin zu suchen,
sich dort umzusehen und zuzuhören.*
|
* Vorteile des Kaufs beim Züchter
1. Man lernt als Käufer die Person kennen,
die da züchtet, sieht das Umfeld, wo und wie die Hunde
aufwachsen, den Umgang mit ihnen und kann Fragen stellen.
Der Züchter steht auch nach dem Kauf als Berater
weiter zur Verfügung.
2. Man lernt die Elterntiere kennen und ihr Verhalten,
dem Menschen gegenüber.
3. Man bekommt eine Ahnentafel,
die vom Verband (Zuchtbuchstelle) ausgestellt wird,
die Züchter werden kontrolliert (Zucht- und Zwingerabnahme)
4. Man bekommt einen gesunden Hund mit allen
notwendigen ärztlichen Untersuchungen und Schutzimpfungen,
nachgewiesen im Impfausweis.
5. Die beiden letztgenannten Punkte sind
Voraussetzung für die Anmeldung zu VDH Ausstellungen.
Anmerkung: Die Mühe hat ihren Preis.
|
Zum Glück haben wir trotzdem einen Hund bekommen, mit dem wir über 13 Jahre
viel Freude hatten.
Er hieß Kobold und benahm sich auch manchmal so. Der Hund war liebenswert,
verschmust und treu,
konnte aber auch hin und wieder stur sein, eben ein echter Bobtail.
Wir
kannten aber von Kobold weder den Zwinger noch die Elterntiere. Später
haben wir erfahren, daß dort, wo wir ihn kauften,
Hunde als Massenware gezüchtet
wurden. Ob die Papiere wirklich echt waren, konnten wir nicht
feststellen. Zu Ausstellungen durften wir ihn nicht anmelden, da er
nicht aus einem vom VDH anerkannten Zwinger kam.
Wir konnten niemanden fragen, wenn wir ein Problem mit Kobold hatten
und selbst hatten wir noch keine große Ahnung.
Das waren anfangs unsere Probleme.
Auf Empfehlung des Tierarztes
sind wir mit ihm auf den Hundeplatz zur Ausbildung gegangen.
In der Nähe war nur der Platz eines Schäferhundvereins und dort staunte
man nicht schlecht über das neue Mitglied.
Aber durch seine herzerfrischende Art hatte Kobold schnell die
Herzen der Leute erobert.
Unsere Tochter absolvierte die meisten Übungsstunden mit ihm.
Er gehorchte ihr schon bald sehr gut.
Natürlich ist es auch vorgekommen, daß
Kobold
nicht parrierte und nicht zu ihr kam, wie er es ja
eigentlich gelernt hatte.
Unsere Tochter durfte sich dann die "Sprüche" der gestandenen
Schäferhundbesitzer anhören.
Da muß man halt durch. Jedenfalls sollte Kobold kein
sprichwörtliches "Hundeleben" führen.
Statt eisern Disziplin zu halten, unternahm er lieber regelmäßig
Ausflüge über den Platz und bettelte alle Leute um Leckerbissen an.
Trotzdem haben es die Beiden durch ihr fleißiges Training geschafft,
daß Kobold seine Begleithundprüfung bestand.
Mit Kobold hatten wir viele schöne Erlebnisse.
Er durfte mit auf Schulausflüge. Da kam bei ihm der Hütehund zum Durchbruch.
Er schaffte es, daß kein Kind hinten herumbummelte
oder vorn zu weit voraus lief.
Es kam auch vor, daß er sich Ausflüge selbst verordnete.
War ein Tor mal offen, schon zog es ihn hinaus.
Die daraufhin angesetzte Suchaktionen fanden wir nicht so toll.
Meist war das Auto unsere letzte Rettung.
Seinen "Golf" hörte er immer heraus.
Dann ließ er es sich gefallen, wieder nach Hause zu kommen.
Kofferklappe auf - Kobold sprang hinein und ab ging es nach Hause.
Einen sehr schönen Urlaub haben wir gemeinsam in Ungarn erlebt.
Unser Kobold durfte mit auf die Fischerbastei und war dort der
absolute Mittelpunkt bei den Touristen.
Die Japaner kamen mit dem Fotografieren kaum hinterher und die
Ungarinnen waren hellauf begeistert.
|
Der wunderschöne Hund ist da
Jetzt wird geübt
und gewandert,
ausgeflogen
und geurlaubt.
|
|
Als Kobold in die Jahre gekommen war, überlegten wir, ihm einen Gefährten zu suchen.
Es stand also Hundekauf an und diesmal gingen wir überlegter vor.
Fraglos sollte es auch diesmal wieder ein "wunderschöner Hund"
- ein Bobtail werden. In Zeitung und Internet suchten wir nach Züchtern
und wurden fündig. Es boten sich Züchter aus Bayreuth, Chemnitz und Radefeld
an und das war ja noch fast in der Nähe. Aber schon der erste Anruf,
es war eine Frau Christine Lützkendorf, war ermutigend.
Wir fassten Vertrauen zu ihr und kamen zu der Überzeugung,
daß wir Glück haben würden. Es folgten regelmäßige Telefonate
und bald ein erstes Treffen. Das war, könnte man sagen,
der Beginn einer wunderschönen Freundschaft. Ihren Rüden Bobby
oder vollständig "Nightrider aus dem Rotmaintal",
Hunde haben ja Namen, die wir als Menschen einfach nicht hingekriegt haben,
fanden wir sehr schön und so wie er sollte unser nächster Hund aussehen.
Manchmal gehen ja Wünsche in Erfüllung. Im Februar 2001 wurde unser
Hundebaby Bobby geboren. Kobold akzeptierte den kleinen
Kerl und es begann eine schöne Zeit. Unser "Alter Herr" blühte
noch einmal richtig auf. Später gab es dann Zeiten, in denen Bobby
nicht mehr alles mitmachte, was Kobold so wollte.
Es kam zu Rangeleien um den Rang. Die Zwei hatten manche harte
Auseinandersetzung und ganz ohne Blessuren ging es auch nicht ab.
Noch im gleichen Jahr wurde aus dem Duo ein Trio.
Wir kauften eine kleine Schwester von Bobby und sie lebt nun auch bei uns.
Sie heißt Queeny und ist die Prinzessin.
Alle
drei verstanden sich leidlich.
Bei allen Unterschiedlichkeiten der drei Hunde gab es
auch viele Gemeinsamkeiten. Gemeinsam war Ihnen ihre Leidenschaft
für das Auto, besser für das "herumgefahren werden".
Gemeinsam war auch der regelmäßige Gang zum Hundeplatz.
Die "Kleinen" haben ebenfalls die
Begleithundprüfung bestanden.
Im April 2005 starb Kobold im
Alter von dreizehn Jahren und wir mußten Abschied nehmen.
Es waren schöne Jahre.
Frau Lützkendorf, vorgenannte Züchterin, besucht regelmäßig Ausstellungen
und so war es eine Frage der Zeit, daß wir angesteckt wurden.
Es begann ein neues Abenteuer. Die erste Ausstellung meisterten
wir mit Queeny in Penig zur Hauptzuchtschau 2003. Es war und ist
aufregend, seinen Hund und sich selber gut zu präsentieren. Das
Herz rutscht einen da schon mal nach unten.
Unsere Hunde zeigten sich im Ring von der Sonntagsseite.
Viele Pokale, Urkunden und glänzende Beurteilungen waren der Lohn.
Von nun an überschlugen sich die Ereignisse.
Warum eigentlich nicht selber züchten, fragten wir uns.
Gemeinsam mit Frau Lützkendorf bastelten
wir an unserer "Zukunft mit Bobtails".
Mit ihrer Hilfe, ihrer Unterstützung und
Geduld haben wir die Prüfung als Züchter erfolgreich bestanden.
Für unseren Zwinger suchten wir einen Namen, der zu uns
und unserer Gegend passt. Man wird uns also unter dem
Zwingernamen "Bobtails aus der Burger Heide" finden.
|
Bobtailzüchter gefunden
Zwei wunderschöne Hunde
Abfahrt zum Hundeplatz
Erste Ausstellung in Penig
|